· 

Wer Zeit hat, kann es sich leisten nichts zu tun?!

Es ist schon ziemlich verrückt: Als im März 2020 viele Menschen aus bekannten Gründen in Kurzarbeit geschickt und viele Freizeitbeschäftigungen gecancelt wurden, bekamen wir reichlich freie Zeit geschenkt. Manche brauchten diese auch dringend, um den zusätzlichen Jobs als Kinderbetreuung, Lehrkraft, Spielpartner*in oder Versorger*in für vulnerable Bekannte und Familienangehörige gerecht werden zu können. Andere waren dankbar für etwas Luft zum Durchatmen und haben die freie Zeit in der Natur, beim Individualsport oder Heimwerken und Gärtnern genossen. Und für wieder andere tat sich ein riesiges Loch auf: Was tun mit der freien Zeit? Alleine. Ohne Kontakte. Das Sprichwort "Des einen Freud, des anderen Leid" trifft wohl wie kein anderes auf diese Situation zu. 

Zwei Jahre liegen nun hinter uns, die von einer Berg- und Talfahrt zwischen "All in" und "Nichts geht mehr" geprägt waren. Nun, wo alles wieder möglich ist, und ich meine wirklich alles, kämpfen viele mit der Ressource Zeit: Der Durst nach Leben ist groß - endlich wieder Spaß, Leichtigkeit, Genuss. Hingegen sind die Herausforderungen in Arbeit und Beruf gefühlt erneut gestiegen. Die eigenen Kinder brauchen Fürsorge und Unterstützung in der Schule, um die Folgen des Distanzunterrichts auszugleichen. Und zugleich sollen Sport und soziale Kontakte wieder gepflegt werden, haben wir das doch in den letzten Jahren besonders vermisst. Die Liste der vermeintlichen To-Do´s ist unendlich weiterzuführen. Und so rennen viele Menschen ihrer Zeit hinterher und sind am Ende häufig doch frustriert, weil sie nicht alles (so) geschafft haben, was und wie sie es sich vorgenommen haben. Das hat Burnout-Potenzial...

 

Zeit entwickelt sich zur wichtigsten Ressource und auch als Marker für Wohlstand: Wer Zeit hat, kann es sich leisten, nichts zu tun - finanziell, persönlich, gesellschaftlich, sozial. Sie gehören dazu? Herzlichen Glückwunsch! 

Für alle anderen: Wir haben ein paar Methoden des Selbstmanagements unter die Lupe genommen und stellen Ihnen hier zwei Methoden vor, wie Sie Prioritäten setzen und achtsamer mit Ihrer verfügbaren Zeit umgehen und diese effektiver nutzen können: 

 

1. Wochenpläne erstellen - Für Beruf und Privatleben

Eine der effektivsten Methoden, um neben allen anfallenden Aufgaben und Terminen in der Woche auch noch Zeit für sich selbst zu finden, ist die Erstellung eines Wochenplans. Darin sollten sich sowohl berufliche als auch private Termine wiederfinden, damit Sie keine Parallelwelten erschaffen und dann doch wieder ins Straucheln kommen. Dies können Sie gut zusammen mit der Familie z.B. beim Sonntagsfrühstück besprechen. Terminkalender herbei und los geht´s!

  • Feststehende Termine für die kommende Woche eintragen: Wer arbeitet wie lang? Wer hat wie lange Schule? Wer möchte wann zum Sport/ sich mit Freunden treffen? Arzttermine? Andere Verpflichtungen?
  • Wer kann wann was im Haushalt übernehmen? 
  • Und nun die wichtigste Frage: Wer hat wann freie Zeit und möchte diese nicht verplant wissen - sowohl beruflich als auch privat? Wer sich seine freien Zeitfenster bewusst macht, wird diese auch eher berücksichtigen, wenn neue Terminanfragen kommen. Wir bekommen ein Bewusstsein dafür, wer über die eigene Zeit verfügt: Sie selbst oder andere?

2. Die Eisenhower-Matrix - Effektiv arbeiten und Aufgaben priorisieren

Diese Methode kann vor allem in beruflichen Kontexten sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, Aufgaben zu priorisieren: Sie erstellen vier ablagen: 

  • Ablage 1: Dringend und wichtig - sofort selbst erledigen!
  • Ablage 2: Dringend, aber nicht wichtig - Delegieren!
  • Ablage 3: Nicht dringend aber wichtig - Exakt terminieren und selbst erledigen!
  • Ablage 4: Nicht wichtig und nicht dringend - Ablage oder Papierkorb!

Wie Sie sehen, können wir Zeit eigentlich gar nicht managen, denn die Zeit steht fest: Jeden Tag bekommen wir neue 24 Stunden, die wir gestalten können. Und die Uhr tickt so oder so im immergleichen Rhythmus. Das einzige was wir tun können, ist, uns darüber klar zu werden, wie wir unsere Zeit nutzen wollen und uns bewusst freie Zeit einzuplanen, denn die soll bleiben was sie ist: Freie Zeit. 

 

Wir danken Ihnen für Ihre Zeit beim Lesen des Blogs und wünschen Ihnen einen stressfreien Juni! 

Ihr HESSENCAMPUS Waldeck-Frankenberg