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Warum HELFEN wie ein Puzzle ist

Trotz unseres komplexen und oft hektischen Alltags gibt es viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren: In Vereinen, in Hilfsorganisationen oder auch auf nicht-institutioneller Ebene in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis. Ein Einkauf hier, eine Fahrt zum Arzt da, eine Vorlesestunde in der Grundschule, das Fußballtraining für die Bambinis, der Kuchendienst beim Dorffest - viele Menschen tun es einfach: Sie helfen, unterstützen und fördern andere im Sinne des Gemeinwohls. Und auch in der Corona-Krise und noch viel spürbarer in der aktuellen Ukraine-Krise werden Menschen aktiv und setzen sich für andere ein. Aber warum eigentlich, haben doch alle genug zu tun, wenn jeder sich um sich selbst kümmert, oder? 

Die Antwort ist so schlicht wie logisch: Der Mensch ist ein soziales Wesen, dass sich vor allem durch Empathiefähigkeit auszeichnet, was uns von anderen Lebewesen dieser Erde unterscheidet. Wir sind in der Lage, uns in andere Menschen, deren Gefühle und auch Situationen hineinzuversetzen. Das ermöglicht es uns, die Perspektive zu wechseln und schnell stellen wir uns vor, wie es wohl wäre, wenn wir in eine Notlage geraten würden und auf die Hilfe anderer angewiesen wären. Das motiviert uns tätig zu werden. Aber wir wissen auch, dass der Mensch ein Herdentier ist: Wir brauchen die Gemeinschaft, das Zugehörigkeitsgefühl und das eingebunden sein in Strukturen. 

Über die Hilfe und Unterstützung anderer können wir uns außerdem selbst als wirksam erleben. Wir haben ein gutes Gefühl, ein Teil von etwas "Großem" zu sein, nicht zugeschaut zu haben, sondern selbst einen Beitrag geleistet zu haben. 

Insofern ist Helfen keine Einbahnstraße, sondern gibt auch viel zurück: Es stärkt die eigene Persönlichkeit, wir erfahren häufig Dankbarkeit und Wertschätzung für unseren Einsatz. Studien haben sogar herausgefunden, dass helfende Menschen zufriedener und stressresistenter sind, als andere. 

 

Das richtige Maß 

Bei aller Hilfsbereitschaft und allem Engagement sind aber auch die eigenen Bedürfnisse nicht außer acht zu lassen. Wenn wir uns zu sehr mit den Notlagen der anderen identifizieren, können wir schnell den Blick dafür verlieren, was in unseren Möglichkeiten steht und wann die Grenze der eigenen Belastbarkeit erreicht ist. Dann sind wir überfordert und damit ist niemandem geholfen. Daher ist es von besonderer Bedeutung, die eigenen Ressourcen gut zu kennen, selbst zu entscheiden, in welcher Form Hilfe für uns möglich ist.

Gleichzeitig gilt es zu reflektieren und zu differenzieren welche Hilfe die Menschen in der Notlage überhaupt wirklich brauchen und ob dieser Bedarf dazu passt, wie ich helfen möchte? Es kommt vor, dass Hilfsangebote gut gemeint sind, aber nicht dem Bedarf entsprechen. Auch dann ist niemandem geholfen, es entsteht möglicherweise sogar Frust und Unverständnis. 

 

Helfen ist wie ein Puzzle 

Um sich selbst nicht zu überfordern und sicher zu sein, dass das eigene Hilfsangebot passt, ist es gut, sich Organisationen anzuschließen, die "Helfen" organisieren. Sie kümmern sich um die Ermittlung der Bedarfe und sind auf engagierte Personen angewiesen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Bedarfe reagieren können. Mal wird Geld benötigt, mal ein offenes Ohr, mal Lebensmittel, mal eine Mitfahrgelegenheit, mal Wohnraum, mal Kinderspielzeug. So können Helfer*innen und Hilfesuchende zusammenkommen und Bedarfe gedeckt werden. Wie ein Puzzle, wo jeder einen kleinen, individuellen Beitrag leisten kann. Jeder noch so kleine Beitrag zählt, frei nach dem Motto: "Einem Menschen zu helfen mag nicht die Welt verändern, aber es kann die Welt für diesen einen Menschen verändern." 

So wünschen wir auch Ihnen immer eine helfende Hand, wenn diese gebraucht wird!

Ein schönes Osterfest für Sie und Ihre Familie. 

 

 

Weitere Infos und Links zum Thema, gerne auch zum Teilen und Weiterleiten:

Wir freuen uns, wenn Sie sich ehrenamtlich engagieren und Menschen in Notlagen helfen möchten. Anprechpartner*innen in der Kreisverwaltung und im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind unter anderem: 

  • der Integrationsbeauftragte Latif Hamamiyeh Al-Homssi (Mail: latif.al-homssi@lkwafkb.de, Tel. 05631 954 200)
  • die WIR-Koordinatorin Frau Habich (Mail: theresa.habich@lkwafkb.de, Tel. 05631 954 267)
  • Frau Bat vom Netzwerk für Toleranz (Mail: violetta.bat@lkwafkb.de, Tel. 05631 954 889)
  • Frau Deigmann vom Projekt "Ehrenamt? Läuft!" (Mail: theresa.deigmann@lkwafkb.de) und 
  • Frau Kuklovsky vom Projekt "Gut koordiniert" (Mail: katharina.kuklovsky@lkwafkb.de)

Und außerdem: 

  • Wer Wohnraum anbieten möchte, kann sich auf der Website des Landkreises Waldeck-Frankenberg dafür registrieren und erhält hier oder über die Hotline 05631 954 5000 weitere Informationen. 
  • Alle Infos zu Sprachangeboten für Geflüchtete gibt es hier.