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Übergänge, Übergänge, Übergänge...

Im Leben geht eins ins andere über und wo wir hinschauen, finden wir Menschen an Übergängen.

Mit Übergängen sind vor allem Anpassungsprozesse an neue Gegebenheiten gemeint, manchmal auch die Anpassung an altersbestimmte Rollen. Übergänge sind wie biografische Schaltstellen oder gar Wendepunkte im Leben eines Menschen. Alte Gewohnheiten werden gegen neue Erfahrungen und Entwicklungsaufgaben ausgetauscht. Manche Übergänge sind vorhersehbar oder gar geplant, andere wiederum kommen plötzlich und unverhofft. Übergänge können daher große Herausforderungen und zudem auch stark verunsichernd sein. 

Um mal ganz konkret zu werden: Schon im Kindesalter gibt es vorgegebene Stationen, deren Übergänge bewältigt werden müssen. Von der familiären Betreuung geht´s in die Kita, von der Kita in die Grundschule, von der Grundschule in die weiterführende Schule usw. Irgendwann folgt dann die Herauslösung aus der Herkunftsfamilie bis hin zur Gründung einer eigenen Familie, bis auch dort die eigenen Kinder wieder das Haus verlassen. 

Überlegen Sie einmal, wie viele Übergänge Sie bereits erlebt und erfolgreich bewältigt haben? Wie oft haben Sie sich schon neu erfunden, Projekte abgeschlossen und neue begonnen? Und welcher Übergang war für Sie am markantesten? 

 

Der HESSENCAMPUS Waldeck-Frankenberg hat sich für das Jahr 2022 den Auftrag erteilt, den Übergang von der Schule in den Beruf genauer zu betrachten und entsprechende Bildungsangebote für alle beteiligten Akteure an diesem Übergang zu unterbreiten. 

Dieser Übergang zählt zu den wichtigsten Entwicklungsaufgaben: Er ist die Eintrittskarte in die Erwachsenenwelt, in die Unabhängig- und Selbstständigkeit. Darüber definiert sich die Chance der beruflichen und sozialen Integration. 

Für viele junge Menschen beginnt die Vorbereitung auf diesen Wendepunkt bereits im siebten oder achten Schuljahr, also mit 13 oder 14 Jahren: Was kann ich gut? Was macht mir Spaß? Womit kann ich mir vorstellen, mein Geld zu verdienen?

Die einen haben Freude daran, an ihrer Zukunft zu feilen und sich in unterschiedlichen Berufen auszuprobieren, den anderen fällt es schwerer und sie sind mit den Wahlmöglichkeiten überfordert. Genau deshalb gibt es in diesem so wichtigen Entscheidungsprozess auch unzählige Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Jugendlichen: Von Praktika in der Schule über berufsorientierende Angebote bis zur engmaschigen Begleitung des Einzelnen ist alles vorhanden.

Und dennoch klagen heimische Unternehmen und Betriebe über eine mangelnde Bewerberzahl, den Trend zum Studium und/oder mangelnde Motivation der jungen Menschen. Dem gegenüber stehen eine nicht zu verachtende Anzahl Jugendlicher, die nach der Schule nicht direkt in eine Ausbildung übergehen und in sogenannten berufsvorbereitenden Maßnahmen unterkommen. 

In unseren Angeboten möchten wir uns vor allem mit den Veränderungen in der Lebensphase Jugend beschäftigen und den Konsequenzen, die sich daraus für den Umgang und die Gestaltung der Übergänge ergeben- sowohl für Eltern, als auch Jugendliche und Betriebe. 

 

Vielleicht können Sie sich selbst noch an Ihren Übergang von der Schule in den Beruf erinnern? Fiel Ihnen dieser Prozess leicht oder empfanden auch Sie die Entscheidung als besonders herausfordernd? Uns interessiert sehr, wie Sie diesen Übergang bewältigt haben, was Ihnen dabei geholfen hat oder auch was Ihnen gefehlt hat  - schreiben Sie uns gerne Ihre Erfahrungen oder auch Ihre Einschätzung, wenn Sie aktuell beruflich mit der Gewinnung von Auszubildenden betraut sind! Kontakt: svenja.lotze@lkwafkb.de 

 

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Übergang in die Winterzeit und dass Sie die Zeitumstellung gut wegstecken!