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Wer die Wahl hat, hat die Qual?! Und die kann sich lohnen!

Wir tun es ständig: Wählen! Zwischen zwei Menüs, drei Hosen, vier Urlaubsangeboten. Soll ich´s wirklich machen oder lass ich´s lieber sein? Wir wägen ab, sammeln Informationen, lassen uns beraten und treffen schließlich eine Entscheidung. Für etwas und gegen etwas anderes. Unzählige Entscheidungen, unzählige Wahlmöglichkeiten - jeden Tag. 

Und in diesem Monat kommen weitere Wahlentscheidungen dazu: Wir dürfen mitbestimmen, wer

1. die Bundesrepublik Deutschland in den nächsten Jahren regieren wird,

2. welcher Landrat sich in den nächsten Jahren für die Zukunft unseres schönen Landkreises einsetzen soll und einige Bürger*innen im Landkreis dürfen

3. ihre Stimme dafür abgeben, welcher Bürgermeister in ihrer Stadt/Gemeinde das Rennen macht. 

 

Die Wahl zu haben, ist ein großes Geschenk: Wer die Wahl hat, hat mehrere Alternativen, zwischen denen er sich entscheiden kann. Es gibt eine Auswahl und ich selbst kann durch meine Stimme mitwirken, etwas mitbestimmen, den eigenen Interessen Gewicht geben.

Tja, aber wer die Wahl hat, hat manchmal auch die Qual. Sicher, so manch einer hat sein Kreuzchen schnell gesetzt, ist überzeugt und völlig gefestigt in seiner Entscheidung. Bisweilen ist es für andere aber gar nicht so einfach, sich zwischen mehreren Möglichkeiten zu entscheiden. Es gilt abzuwägen - und zwar sowohl zwischen Sachinhalten des Wahlprogramms als auch zwischen persönlichen Eigenschaften, die einem bei politischen Vertretern wichtig sind. Da kann der Entscheidungsprozess schon mal dauern, es tauchen Verunsicherungen auf: Soll ich´s wirklich machen? JA, auf jeden Fall!!!

Wir haben in diesem Blogartikel einige Fakten zur Wahl für Sie zusammengestellt:

 

Wer darf eigentlich wählen und was ist der Unterschied zwischen aktivem und passivem Wahlrecht?

Aktiv wahlberechtigt ist jeder Deutsche, der am Tag der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet hat. Demzufolge können auch im Ausland lebende Deutsche ihre Stimme bei der Bundestagswahl abgeben, sofern sie in den letzten 25 Jahren mindestens 3 Monate am Stück in Deutschland einen Wohnsitz hatten.

In diesem Jahr dürfen insgesamt 60,4 Millionen Deutsche, davon 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männer, ihre Stimmen abgeben. Darunter 2,8 Millionen Erstwähler*innen. 

Passives Wahlrecht bedeutet, dass sich jeder volljährige Deutsche für ein politisches Amt wählen lassen kann. 

 

Wie viele Parteien stellen sich zur Wahl? 

Insgesamt 88 politische Vereinigungen haben beim Bundeswahlausschuss beantragt, als politische Partei anerkannt zu werden und somit an der Bundestagswahl teilnehmen zu dürfen, 44 von ihnen wurde dies nun zugestanden. Parteien, die bereits einen Sitz im Bundestag haben, müssen Ihre Teilnahme an der Wahl nicht neu beantragen. Insgesamt stehen in diesem Jahr dadurch 53 Parteien zur Wahl. 

Vergleicht man die Anträge auf Anerkennung zu einer Partei in den letzten Jahren, so ist festzustellen, dass die Anzahl permanent gestiegen ist: Während es 1994 noch 37 waren, stieg die Zahl in 2009 auf 49 und nun schließlich auf 88 politische Vereinigungen an. 

 

Was passiert, wenn ich nicht wählen gehe?

Geht ein Wahlberechtigter nicht zur Wahl bzw. nimmt nicht durch Briefwahl an der Wahl teil, so verfällt die Stimme. 

In Deutschland gibt es keine Mindestwahlbeteiligung und somit hat die Höhe der Wahlbeteiligung auch keinen Einfluss auf die Gültigkeit der Wahl. 

Die niedrigste Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl gab es im Jahr 2009 mit 70,8%. Bei der letzten Wahl lag die Wahlbeteiligung bei 76,2%. 

 

Wann ist mein abgegebener Stimmzettel ungültig? 

Ein Stimmzettel ist ungültig, wenn der Wille des Wählers/ der Wählerin nicht eindeutig erkennbar ist. Erkennbar ist der Wähler*innenwille durch ein Kreuz, einen Kreis, einen Haken und andere neutrale Symbole. Symbole, die nicht neutral sind (z.B. verfassungswidrig oder Smileys) führen dazu, dass der der Stimmzettel nicht gültig ist. Ebenso ungültig sind Stimmzettel, die einen Zusatz (z.B. eine Meinung des Wählers/der Wählerin) oder einen Vorbehalt ("nur wenn xy...") enthalten. 

Ungültige Stimmzettel werden in der Wahlbeteiligung mitgezählt und haben damit auch eine Signalwirkung. 

 

Und abschließend hier noch 3 gute Gründe, am 26. September 2021 wählen zu gehen: 

  1. Wählen zu gehen, ist Recht und Privileg zugleich! In vielen Ländern der Welt ist dieses Instrument der Mitbestimmung nicht selbstverständlich.
  2. Jede Stimme zählt! Manche Wahlergebnisse sind knapp und daher kann jede Stimme von massiver Bedeutung sein!
  3. Wählen heißt, Verantwortung zu übernehmen und nicht anderen die Entscheidung zu überlassen, wie die Zukunft gestaltet wird. 

 

Auch wenn der Entscheidungsprozess bei der Auswahl an Parteien und Kandidaten ein bisschen länger dauern kann: wählen an sich ist gar nicht so schwer und lohnt sich immer!