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German-Overshoot-Day: Warum unser Jahr 2021 eigentlich bereits rum ist!

Haben Sie schon mal was vom "Overshoot-Day" gehört?

Mit dem "Overshoot-Day" wird der Tag im Jahr bezeichnet, an dem die Ressourcen der Welt, die eigentlich für ein Jahr reichen müssten, bereits aufgebraucht sind. Dieser wird einmal global und auch im Hinblick auf einzelne Länder betrachtet. Für Deutschland ist dieser Tag für 2021 schon vorüber: Seit dem 5. Mai 2021 leben wir bereits über unsere Ressourcen und Verhältnisse, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal in der Mitte des Jahres angekommen waren. Würden alle Menschen auf der Welt so leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir 2,9 Erden pro Jahr. 

Der "Earth-Overshoot-Day", also der globale Tag der Ressourcenerschöpfung, ist im Jahr 2021 von der "Earth-Overshoot-Day-Organisation" und vom "Global-Footprint-Network" auf den 29. Juli 2021 berechnet worden. Wir, die Weltbevölkerung, nutzen demnach 1,7 Welten pro Jahr - also knapp doppelt so viel, wie uns eigentlich zur Verfügung steht. 

Der "Overshoot-Day" wird seit 1970 berechnet und verschiebt sich seitdem beinahe kontinuierlich vor: Waren wir im Jahr 1970 noch in der Balance und die Ressourcen im Dezember erschöpft, hat sich der Tag inzwischen um 5 Monate vorverlegt. Wir leben also mehr denn je so, als hätten wir noch eine zweite Welt im Koffer!

 

Begriffe wie "Nachhaltigkeit", "ökologischer Fußabdruck" oder "klimaneutral" sind daher nicht nur Modewörter, sondern fordern uns alle dazu auf, unsere Lebensweise stark zu überdenken, wenn wir unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt hinterlassen wollen, die nicht voll von Krankheiten und (Umwelt-)Katastrophen ist. Und wie immer beginnen Veränderungsprozesse im ganz Kleinen, nämlich in unserem eigenen Bewusstsein darüber, dass jedes menschliche Verhalten Auswirkungen auf Umwelt und Klima hat. Und das ist auch schon die gute Nachricht: Wenn das nämlich so ist, können wir auch alle mit unserem Lebensstil dazu beitragen, diese Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es müssen nicht immer gleich die ganz großen Projekte sein, ein Bewusstsein im Alltag verändert schon die ein oder andere Entscheidung beim Wocheneinkauf oder der Haushaltsführung. Wir alle können der Unterschied sein! 

 

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hält die Bildung im Bereich der nachhaltigen Entwicklung für enorm wichtig. Seit dem Jahr 2020 gibt es daher in der Kreisverwaltung ein KlimaTeam, ab kommendem Schuljahr werden in den Grundschulen des Landkreises gezielte Angebote zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen eines BNE-Diploms unterbreitet, um auch die Kleinen für die Bedarfe unserer Welt zu sensibilisieren und auch der HESSENCAMPUS Waldeck-Frankenberg hat sich im vergangenen Jahr mit der Themenreihe "Was wir schätzen, schützen wir" der Bildung für nachhaltige Entwicklung angenommen. Einige Veranstaltungen mussten aufgrund der Einschränkungen zur Corona-Pandemie verschoben werden, aber nun geht´s los: Kommenden Samstag werden wir uns in einem Workshop damit beschäftigen, wie wir selbst Haushaltsmittel und Kosmetika herstellen können, ohne giftige Substanzen für Mensch und Umwelt zu nutzen. Wussten Sie zum Beispiel, dass Mineral- und Erdöle häufige Bestandteile in den meisten kosmetischen Produkten sind und dass wir mit Reinigungsmitteln viele Chemikalien zurück in den natürlichen Lebenskreislauf geben?

Mitte Juli findet ein Workshop statt, wie wir durch Meditation mehr Bewusstsein für unseren ökologischen Fußabdruck entwickeln und wir von der Bewusstseins- in die Handlungsebene kommen.

Und im Herbst werden wir uns im Rahmen eines interessanten Vortragsabends mit den Fakten zum Klimawandel beschäftigen.

 

Es gibt so viel zu tun, also lassen Sie uns einfach mal anfangen!