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Von der Dauerwelle zurück in die Normalität?! - Warum sich Hoffnung lohnt!

Sprache ist etwas Wundervolles. Und die deutsche Sprache kann so richtig viel! Wir gehen unheimlich flexibel mit ihr um und (er)finden zu jedem gesellschaftlichen Ereignis ein interessantes Wortgeschöpf, das sogleich ein Bild in unserem Kopf entstehen lässt. Andere Sprachen haben es da viel schwieriger oder meinen Sie, das Wort "Infektionsketten" klingt auf Englisch ebenso so klug und schlüssig, wie auf Deutsch - Chains of Infection? 

Wir mögen es, durch Sprache Bilder in unserem Kopf entstehen zu lassen. In Corona-Zeiten fällt diese bildliche Sprache ganz besonders auf: Infektionsketten, Demographiebrücken oder auch gerne die Metapher der Welle, die seit letztem Jahr im März genutzt wird. Damit meinen wir eine signifikante Anhäufung des Infektionsgeschehens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dieses Bild wird untermalt durch Grafiken, die auf und abgehen - wellenförmig eben. Das Wort mahnt uns, dass wir in ihren Bann gerissen werden und uns etwas überrollen könnte: Zu viele Infizierte, überfüllte Intensivstationen, Triage... Die Welle könnte uns den Boden unter den Füßen wegreißen, wir verlieren die Orientierung, geraten in Panik.

Ohne Frage - das ist keine schöne Vorstellung! Dieses Bild von einer Welle hat nichts gemeinsam mit dem Bild von einem entspannten Urlaub an einem der Traumstrände in der Welt. Diese Welle hat etwas Bedrohliches und gleicht vielleicht emotional eher einem Tsunami: Riesig, unkontrollierbar, viele Opfer.

 

Aber es gibt auch Anlass zu hoffen, denn die Infektionszahlen gehen nach langer Durststrecke bundesweit nun endlich zurück, auch wenn wir hier im Landkreis Waldeck-Frankenberg noch ein bisschen Ausdauer beweisen müssen, bis auch wir aufatmen können.

Die Corona-Pandemie ist zu einem Hoffnungsdauerlauf geworden. Doch was wären wir alle ohne diese Hoffnung in den vergangenen 15 Monaten gewesen? 

Hoffnung ist das Gegenteil von Angst. Sie beruhigt uns in Situationen, in denen wir Gefahr wittern. Hoffnung ist nichts, was sich messen lässt, was bei jedem gleich ist, was wir alle zum gleichen Zeitpunkt beginnen. Hoffnung ist sehr individuell und hängt von unseren ganz persönlichen Erfahrungen mit Problemen und Erfolgen ab.

Experten aus verschiedenen Professionen, Sozialpsychologen, Mediziner, Psychologen, alle sind sich einig und fanden in Studien und ihrer täglichen Arbeit mit Menschen heraus: Hoffnung trägt! Und zwar durch schwere Zeiten. Hoffnung ist keine naive Illusion,  denn per definitionem ist Hoffnung das Vertrauen und die Zuversicht in die Zukunft, eben ohne zu illusionieren und die Probleme der Realität auszublenden. Ohne Probleme würden wir gar nicht erst anfangen zu hoffen. Ob jemand Großes vorhat, eine psychische Krankheit bewältigen muss oder sich einen Knochenbruch zugezogen hat: Sobald das Gehirn damit rechnet, dass sich Besserung einstellen könnte, fängt unser Organismus an zu arbeiten, was sich positiv auf Körper, Seele und Geist auswirken kann.  "Wo Hoffnung ist, geschehen Wunder". Und wir sind nun definitiv bereit für ein Wunder!

In diesem Sinne: Lassen Sie uns einen Hoffnungstsunami starten und glauben Sie fest daran, dass es einen Weg zurück zu einer (neuen) Normalität geben wird! Denn wo Hoffnung ist, geschehen Wunder!