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Psychische Gesundheit in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie ist eine Krise die uns nun schon das ganze Jahr begleitet und das gesellschaftliche Leben stark verändert hat. Die Auswirkungen sind auf vielen Ebenen spürbar: Zum einen besteht eine potentielle Bedrohung unserer körperlichen Unversehrtheit, es gibt Sorge um die Gesundheit von Familie und Mitmenschen. Zum anderen lösen die erneuten Einschränkungen des Lockdown-Novembers bei vielen Menschen Existenzängste aus, der soziale Austausch, der besonders in Krisen so wichtig ist, um uns zu regenerieren und zu stärken, ist nicht möglich, da wir alle angehalten sind, unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. 

Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer hat im August einen Bericht zum Zusammenhang von Corona und Psychischen Erkrankungen auf Basis der aktuellen Forschungslage veröffentlicht. Darin heißt es in der Einleitung: "Psychische Auswirkungen hat nicht nur das Leben mit einem potenziell tödlichen Virus. Dem Virus folgten Kontakt- und Ausgehbeschränkungen. Schulen, Kindertagesstätten, Sportvereine, Spielplätze, Restaurants und Geschäfte wurden geschlossen. Das öffentliche Leben kam fast vollständig zum Erliegen. Die Gesundheitskrise griff an, was menschliches Leben ausmacht: den vielfältigen menschlichen Austausch, den jeder täglich braucht, um psychisch gesund zu bleiben. Wer sich bei anderen aufgehoben fühlt, ist psychisch widerstandsfähiger und hält eher schwere psychische Belastungen aus. Mit den Kontakt- und Ausgehbeschränkungen fielen aber wichtige psychisch stärkende Faktoren weg." (zum vollständigen Bericht bitte hier klicken). 

Im März diesen Jahres, noch vor dem ersten Lockdown, hatten wir ein sehr bereicherndes Seminar mit Beate Stricker zum Thema "Resilienz". Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit, aus Krisen gestärkt hervorzugehen, Anforderungen und Belastungen erfolgreich zu bewältigen und in turbulenten Situationen handlungsfähig zu bleiben. Es handelt sich dabei nicht um eine besondere Strategie, sondern vielmehr ist Resilienz eine innere Haltung und persönliche Fähigkeit, die erlernbar ist.

 

 

Jeder von uns kennt Krisen und hat bereits viele Krisen in seinem Leben bewältigt. Mal größere, mal kleinere. Aus diesen Krisen unbeschadet hervorzugehen und sich von Niederlagen und Rückschlägen schnell zu erholen, ist eine weitere Komponente psychischer Widerstandsfähigkeit. Letzteres scheint aktuell in Anbetracht der saisonalen Berg- und Talfahrt besonders schwierig zu sein. Denn aus der Resilienzforschung weiß man auch, dass es umso schwieriger wird, eine Krise zu bewältigen, desto länger sie andauert. In der Folge kommt es nicht selten zu psychischen Erkrankungen. 

Besonders vulnerabel sind nach dem oben bereits herangezogenen Bericht die Corona-Infizierten selbst, deren Angehörigen und andere Menschen in Quarantäne, denen dieser soziale Austausch fehlt und die sich selbst als mögliche Bedrohung für andere empfinden. Aber auch ältere Menschen und Kinder und Jugendliche gelten als besonders gefährdet, psychisch zu erkranken. Von Letzteren weiß man durch die COPSY-Studie der Universität Hamburg (erschienen im Frühsommer 2020), dass die Wahrscheinlichkeit  bei Kindern und Jugendlichen im Zuge der Corona-Pandemie von 16% auf 33% angestiegen ist, psychisch zu erkranken. Geschlechtsspezifisch sind außerdem Frauen eher gefährdet als Männer, da diese häufiger an Angst- und affektiven Störungen (Depressionen) leiden. 

 

Neben dem sowieso schon bedrohlichen Virus, der die körperliche Gesundheit angreifen und damit das eigene Leben von heute auf morgen plötzlich verändern kann, müssen wir uns daher auch verstärkt um unsere psychische Gesundheit kümmern. Der Fachdienst Gesundheit des Landkreises Waldeck-Frankenberg stellt in einem "Psychosozialen Wegweiser" Beratungsstellen und Kontakte vor, die bei psychischer Belastung Hilfestellungen geben können. Hier geht´s zum Download des Wegweisers.

 

Vielleicht erfordert diese Krise aber von Ihnen auch eine berufliche Umorientierung. Unsere Bildungsberaterin Yvonne Bangert steht Ihnen dazu direkt, telefonisch oder per Online-Beratung zur Verfügung. Nehmen Sie ganz einfach per Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt mit ihr auf. 

 

Wir wünschen Ihnen, dass Sie nicht nur körperlich unversehrt, sondern auch psychisch gesund durch diese Krise kommen und trotz aller belastenden Einschränkungen die Zuversicht nicht verlieren!